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Kaffeewissen

Was bedeuten die Angaben auf der Kaffeepackung?

14. Juni 2022

Du stehst vor dem Regal in einer Rösterei oder im Supermarkt und hast keine Ahnung, ob dir der Kaffee schmecken wird? Hier helfen wir dir bei der nächsten Kaufentscheidung.

 

Welche Angaben sollten auf einer Kaffeepackung stehen und was bedeuten sie?

Damit du dir ein Bild der Kaffeebohnen machen kannst, die dich in einer Packung erwarten, solltest du auf diese Angaben achten.

 

Röstdatum

Kaffeebohnen sind ein Frischeprodukt. Du solltest sie nach einer Woche Ruhezeit und innerhalb von drei Monaten verbrauchen. Deshalb gehört für uns ein Röstdatum immer auf die Kaffeepackung. Ein Mindesthaltbarkeitsdatum halten wir für nicht besonders hilfreich. Gesetzlich sind zwei Jahre Haltbarkeit erlaubt. Manche Röster geben aber aus Qualitätsgründen nur drei Monate oder ein Jahr an. Als Kaffeetrinker möchte ich aber gerne wissen, ob ich gerade alten Kaffee kaufe oder nicht.

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Röstgrad von hell bis dunkel

 

Röstgrad

Auf fast jeder Packung findet man eine Angabe zum Röstgrad. Häufig auf einer Skala von 1 (hell) bis 5 (dunkel). Während sehr helle Röstungen (1-2) eher ein Thema für Filterkaffee sind, eignen sich ab einer mittleren Röstung praktisch alle Kaffeeröstungen (3-5) für die Siebträgermaschine.

Magst du es eher dunkel, rauchig, kräftig wie an einer Espressobar in Neapel? Dann greifst du zu dunklen Röstungen (4-5). Bist du bereit für Experimente und aussergewöhliche Aromen? Wähle eine mittlere, vielleicht sogar etwas hellere Röstung (2-3).

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Kaffeeart und -varietät

Die bekanntesten und am meisten gehandelten Kaffeearten sind Arabica und Robusta (Canephora). Von beiden Arten gibt es viele Varietäten, die dem Kaffee ihre einzigartigen Geschmacksnoten geben. Findet man genaue Angaben zur Zusammensetzung, ist das in der Regel ein gutes Zeichen. Geheimniskrämerei um verwendeten Rohkaffee bedeutet häufig, dass der Röster vermutlich günstig eingekauft hat und nicht genau sagen möchte, was drinsteckt. Das hilft bei der Auswahl der richtigen Bohne nicht weiter.

Bei Kaffeebohnen vom Grossverteiler findet man häufig nur eine Angabe à la «100% Arabica». Das ist in etwa so, als ob man als Beschreibung einer Frucht «100% Äpfel» schreiben würde. Man weiss, dass man keine Birne kriegt, sagt aber nichts über die Qualität und nur wenig über den Geschmack aus.

 

SCA Coffee Taster's Wheel

 

Geschmacksbeschreibung

Die Vielfalt der Aromen im Kaffee ist riesig – die Beschreibung dieser Aromen braucht Übung und das passende Vokabular. Die SCA (Specialty Coffee Association) gibt mit dem «Aromarad des Kaffeekosters» ein Werkzeug an die Hand, wie man Kaffee beschreiben kann. Auch wenn du vielleicht nicht alles rausschmecken wirst, was auf der Packung steht, hilft die Beschreibung einzuordnen, ob er dir schmecken könnte.

Interaktives Coffee Tastors Flavor Wheel

 

Anbaugebiet

Das Anbaugebiet hat einen grossen Einfluss auf den Geschmack. Die Bodenbeschaffenheit, die Anbauhöhe, das Klima – alles Faktoren, die man auch in der Tasse wiederfindet. Arabica-Kaffees aus Brasilien findest du in vielen Espresso-Mischungen, weil sie tendenziell mild sind und eine breitere Zielgruppe ansprechen. Aber vielleicht magst du auch komplexere, fruchtigere Kaffees aus anderen Südamerikanischen Ländern oder Ostafrika. Oder du bevorzugst Robusta-Kaffees aus Indien und Vietnam mit erdigen, nussigen Aromen.

 

Labels (Fair Trade, Bio, Demeter, etc.)

Sie sind nicht nur im Kaffee umstritten: Labels. Sie geben zwar einen Hinweis über den Anbau und Bezahlung, sind jedoch häufig nur die Spitze des Eisbergs. Im Supermarkt kann man davon ausgehen, dass die Produzenten eines Fair Trade-Kaffee mehr verdienen als bei Kaffees ohne das Label. Aber auch ein Fair-Trade-Preis ist noch ziemlich tief. Wir versuchen daher Kaffees zu kaufen, die so direkt wie möglich gehandelt wurden und bei welchen die Rösterei eine aktive Beziehung mit den Kaffeebauern pflegt.

Bei Supermarkt-Kaffees mit Bio- oder Demeter-Label kannst du mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Umweltbelastung im Anbau kleiner ist als bei konventionellem Anbau. Das muss aber bei kleinen Bauern ohne Zertifizierung nicht heissen, dass sie weniger Sorge zur Natur tragen. Für kleine Farmen sind Labels teuer, weshalb meist nur grössere Farmen oder Zusammenschlüsse mehrerer Kaffeebauern (Kooperationen) sie tragen.

 

Preis

Auch der Preis ist ein Indikator, was dich in der Packung erwarten wird. Er ist vom Preis des Rohkaffees abhängig und von der Marge des Rösters. Und bis der Kaffee bei dir zu Hause ist verdienen je nach Lieferkette noch weitere Zwischenhändler am Kaffee. Als grober Richtwert: Hochwertige Kaffees kosten zwischen 20 bis 55 CHF pro kg. Günstigere Kaffees können vermutlich in der Qualität nicht mithalten. Teurere Kaffees sind eine Nische und müssen es dir wert sein.

 

In 5 Schritten zum nächsten Lieblingskaffee

  1. Was für einen Kaffee suche ich? (Siehe auch «Was ist der richtige Kaffee für mich»)
    Suche einen Kaffee mit entsprechender Röstung.
  2. Ist der Kaffee frisch? (Röstdatum)
  3. Entspricht die Geschmacksbeschreibung meinem Gusto?
  4. Stimmt für das Gesamtbild (Preis, Angaben auf der Verpackung, etc.)?