Mahlgrad für Espresso finden

Kaffee machen von ZURIGA
Zuletzt aktualisiert: 25. August 2020

Keine Crema? Ungeniessbar bitter? Langweilig und dünn? Oder eben herrlich kräftig mit schöner Crema? Das Ergebnis in der Tasse hat viel mit der richtigen Einstellung des Mahlgrads zu tun.

Das Spiel zwischen Mahlgrad und Menge braucht zu Beginn etwas Ausdauer. Aber sie wird belohnt. Mit der Video-Anleitung und diesem Blogpost nehmen wir dich an die Hand.

 

Kurz-Theorie: Mahlgrad und Menge

Zu grobes Kaffeepulver bietet dem Wasser keinen Widerstand, es schiesst daran vorbei und nimmt die Aromen nicht auf. Das Ergebnis schmeckt dünn und säuerlich, die Crema ist hell oder inexistent. Ein Barista spricht von «unterextrahiert».

Zu feines Kaffeepulver bietet zu viel Widerstand. Das Wasser läuft nur langsam oder gar nicht am Pulver vorbei. Das Ergebnis ist dickflüssig, dunkel und bitter. Ein Barista spricht von «überextrahiert».

Bei der Menge verhält es sich analog. Zuwenig Kaffeepulver bietet keinen Widerstand. Zuviel Pulver führt zur Verstopfung. Wir empfehlen zu Beginn jeweils 18 g im 2er-Sieb zu verwenden.

 

Was du brauchst

  • Mühle
  • Küchenwaage und drei Papierbecher oder ähnliches (eine Becher für Pulver, einer für Espresso, einer zum Waage «nullen»)
    oder eine möglichst genaue Barista-Waage
  • Kaffeebohnen, gut sind 500 Gramm
  • Siebträger mit 2er Sieb

 

Mahlgrad einstellen – Schritt für Schritt:

  1. Mahlgrad einstellen. Bei einer 10er-Skala empfehlen wir, mit einem Mahlgrad im unteren Drittel zu beginnen. Die Grundeinstllung für Eureka-Mühlen findest du im separaten Artikel.
    18g mahlen (mit Waage)
  2. Espresso zubereiten (Bezugszeit ca. 25-30 Sekunden).
  3. Wenn du jetzt auf Anhieb 50ml Espresso und eine schöne Crema in deinem Becher hast, dann bist du entweder ein Barista-Genie. Oder du hast verdientes Anfängerglück gehabt. Wahrscheinlicher sind folgende Varianten
  4. a) Der Espresso ist sehr schnell durchgelaufen, nach 30 Sekunden hast du mehr als 50ml (zur Überprüfung kurz wägen). Der Espresso ist «unterextrahiert». Bitte stelle die Mühle etwas feiner ein. Bei der Eureka z.B. 2 anstatt 2.5. Beginne wieder bei Punkt 2 und mach einen zweiten Espresso.
    b) Falls du aber gar kein Kaffee im Becher hast, oder nur ein paar wenige dickflüssige Tropfen, dann war das Pulver zu fein. Der Espresso wurde «überextrahiert». Bitte stelle die Mühle etwas grober. Und beginne wiederum bei Punkt 2.
    Die Punkte 2 bis 5 wirst du mehrmals wiederholen müssen. Für einmal darf es dich um die wertvollen Espressobohnen nicht reuen. Wir selber brauchen oft 5 bis 10 Durchläufe. Wenn du aber mal zufrieden bist, brauchst du nur noch die Mahlmenge einstellen. Das ist ganz klar der «einfachere Teil».
  5. a) Hast du eine «programmierbare» Mühle? Dann muss der Mengenregler noch so eingestellt werden, dass die Mühle stoppt nach den gewünschten 18g. Das geht wiederum nur mit Ausprobieren.
    b) Falls du keine programmierbare Mühle hast, wirst du bald ein Auge dafür entwickeln, wie hoch sich die 18g Kaffeepulver im Sieb auftürmen.